Festival 2022

Das war sicht:wechsel 2022

Theater Reutlingen Die Tonne /DE - Hierbleiben ... Spuren nach Grafeneck

Von 20. bis 26.Juni 2022 fand unter dem Motto Zurück in die Zukunft die sechste Ausgabe des Internationalen Inklusiven Kulturfestivals sicht:wechsel in Linz statt. Internationale und heimische Künstler*innen mit Beeinträchtigung sowie inklusive Ensembles versuchten eine künstlerische Aufarbeitung der vergangenen Jahre und entwarfen Visionen für ein gleichberechtigtes Zusammenleben aller auf Augenhöhe.

Die sechste Ausgabe des sicht:wechsel Festivals hat alle Erwartungen übertroffen: Mehr als 4.000 Besucher*innen, viele ausgebuchte Veranstaltungen und eine hervorragende Stimmung haben die Festivalwoche geprägt.

Ein herzliches Dankeschön geht an alle Unterstützer*innen, Besucher*innen, Mitarbeiter*innen sowie vor allem an die 240 mitwirkenden Künstler*innen, ohne die wir diesen Erfolg nicht feiern könnten. 

Schon die Eröffnungsproduktion HIERBLEIBEN…Spuren nach Grafeneck im Schauspielhaus des Landestheaters stand ganz im Zeichen dieser Aufarbeitung und wurde von den Besucher*innen mit Standing Ovations und besten Rückmeldungen belohnt.

Zuvor hatte Landeshauptmann a.D. Dr. Josef Pühringer mit launigen Worten das Festival eröffnet und darauf hingewiesen, dass nicht nur diese eine Woche lang das außergewöhnliche Können der Künstler*Innen und nicht deren Defizite im Vordergrund stehen sollte.

Kongenial umgesetzt wurde diese Forderung vom Ensemble an.tasten mit Andreas Huber und Agnes Haider, das zusammen mit der Fußkeyboarderin Liz Müller und den beiden Pianist*innen Sarah Huber und Johannes Gierlichs  für den viel beklatschten musikalischen Rahmen der Eröffnungsfeier sorgte.

Das Festival sicht:wechsel 22 hat alle Erwartungen übertroffen: sämtliche Veranstaltungen waren bestens besucht. Manche – wie der Krimi ICH WAR´S NICHT! der Theatergruppe Malaria des Diakoniewerkes, die beiden Schulvorstellungen von HIERBLEIBEN…Spuren nach Grafeneck des deutschen Theaters Reutlingen DIE TONNE im Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim oder die Sit-Down-Comedy FIX ME IF YOU CAN mit Elisabeth Löffler im Zirkus des Wissens  waren sogar zur Gänze ausverkauft. Begeistert aufgenommen und im anschließenden Nachgespräch angeregt diskutiert wurden das virtuose Tanzstück UN/gleich, aber jeder möchte der Ich bin O.K. Dancecompany Wien sowie die poetische und überaus intensive Performance von Cornelia Scheuer ACOUSMATIC DANCEFLOOR in der BlackBox des Musiktheaters.

Hervorragende Stimmung auch bei den beiden Veranstaltungen in der TRIBÜNE Linz. Während die letzte Produktion UND AUS! der Blauen Hunde aus Salzburg für viele Lacher, aber auch für intensiven Gesprächsstoff sorgte, bot die Lesung mit dem großartigen Felix Mitterer Anregung zum Nachdenken und Innehalten. Das aus Ried im Innkreis stammende inklusive Musikensemble TOGETHER umrahmte musikalisch die vorgetragenen Texte, die alle beim Literaturpreis Ohrenschmaus ausgezeichnet wurden.

Neben den internationalen Theater- und Tanzproduktionen stieß auch die große Ausstellung im Schlossmuseum SICHT:WECHSELdie Ausstellung, die noch bis 18. September 22 bei freiem Eintritt zu sehen sein wird, auf überwältigendes Echo. Bei der Führung für die Journalist*innen vor der offiziellen Eröffnung stellte eine Besucherin begeistert fest: „Diese Ausstellung umarmt einen ja geradezu.“ Die beiden Kuratorinnen Gabriele Spindler und Kristiane Petersmann haben herausragende Kunstwerke aus 11 oberösterreichischen Ateliers zusammengetragen und eine außergewöhnlich umfangreiche und ästhetisch ansprechende Ausstellung im Nordtrakt des Linzer Schlossmuseums gestaltet. Zu Recht fielen die Rückmeldungen auf die Ausstellung und die Eröffnung im Rahmen des Festivals daher besonders positiv aus.

Im Zusammenhang mit dieser Ausstellung gestaltete die Kunstwissenschafterin Maria Reitter ein ganztägiges Kunstsymposium. Unter dem Titel Wie Lila ist das Gelb wurden von den zahlreichen Teilnehmer*innen Fragen zur Individuellen Kunst im Kontext von Inklusion diskutiert. Vertreter*innen namhafter Ateliers aus Deutschland und der Schweiz gaben in Impulsvorträgen Einblicke in ihre Arbeit, die dann von den Anwesenden in verschiedenen Workshops aufgegriffen und auf ihre Umsetzbarkeit vor Ort überprüft wurden.

Aber auch die anderen Ausstellungen des Festivals fanden ihr interessiertes Publikum. So lud der interaktive Ausstellungsrundgang WAS IST NORMAL? der Lebenshilfe Grein am stark frequentierten Linzer Pfarrplatz zahlreiche Besucher*innen zum spielerischen Erkunden der ausgestellten Objekte ein. Eine inhaltliche Klammer zur großen Ausstellung im Schlossmuseum bildete die Ausstellung ANITA BAIER in der Galerie Kulturformen am Pfarrplatz. Diese liebevoll gestaltete Hommage an die leider 2019 verstorbene Künstlerin wurde von vielen Kunstinteressierten besucht, die dann auch gleich die Gelegenheit für eine entspannende Kaffeepause im Cafe´ Viele Leute nutzten. Den zahlreichen Besucher*innen des Wissensturms wurde im Foyer die Ausstellung WUNSCHKIND des Berliner Fotografen Klaus Heymach geboten, die das Leben mit einem behinderten Kind auf eindrucksvolle Weise und sehr anrührend dokumentierte.

Und auch die Angebote im öffentlichen Raum wie zB. die großartige Tanzproduktion Rolling by the river entlang der Donaulände, die multimediale Performance Jedermensch in der Stadtpfarrkirche Urfahr oder der Speakers´ Corner am Taubenmarkt wurden begeistert aufgenommen. Ein Großteil jener Bilder, die beim wunderbar bunten Farben-Theater-Musik-Mash up vor dem Lentos Kunstmuseum entstanden sind, fanden reißenden Absatz. Und Adalbert Stifter wäre stolz auf die heimischen Literat*innen mit Beeinträchtigung gewesen, hätte er die Texte, die rund um das Stifterdenkmal an der Promenade vorgetragen wurden, hören können. Ein besonderes Highlight war die inklusive Buchpräsentation inklusive Verkostung von Claudia Em in der Landwirtschaftskammer. So stand u.a. Kammerdirektor Mag. Dietachmair zusammen mit  Andreas Kinberger von der Caritas am Herd und versuchte sich an einem schmackhaften Dinkelcurry. Die im Buch abgedruckten Texte von Literat*innen der Caritas wurden launig präsentiert und die zahlreichen Bilder, die das Kochbuch illustrieren, wurden zum Kauf angeboten. Eine rundum gelungene Veranstaltung, die Inklusion in seiner besten Form bot. Und auch das aktionistische Auslagenprojekt der Pro mente OÖ Ein Blick Durch Sicht  fand trotz Verschiebung um einen Tag ihr aufmerksames und begeistertes Publikum.

Auch bei den zahlreichen Angeboten zur aktiven Teilnahme am Festival war die Nachfrage wie immer sehr groß. Vom barrierenfreien Musizieren mit Christoph Cech, über Trommeln mit Andreas Huber und Mitgliedern von time warp,  über einen ganzheitlichen Kreativworkshop im neu eröffneten Sonnenstein Atelier bis hin zum Graffiti-Crashkurs waren alle Workshops restlos ausgebucht.

Rundum also glückliche und zufriedene Gesichter bei Mitwirkenden und Publikum gleichermaßen. Diese entspannte und fröhliche Stimmung war die ganze Woche über auch im Festivalzentrum am Pfarrplatz zu spüren, wo Künstler*innen, Mitarbeiter*innen und Gäste nicht nur ihre Mahlzeiten einnehmen, sondern sich auch zum gegenseitigen Austausch und Kennenlernen treffen konnten.

 „Das war eine der intensivsten und schönsten Wochen seit langem für mich. Ich verlasse das Festival mit unzähligen emotionalen Eindrücken, die mich noch lange beschäftigen werden“, stelle einer der Gäste bei seiner Abreise fest. Ein schöneres Kompliment hätte er dem Festival und damit allen Beteiligten nicht geben können.

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Das nächste Festival sicht:wechsel findet im Juni 2025 statt.

Wir freuen uns jetzt schon darauf.

Ein herzliches Dankeschön an
  • die Subventionsgeber Land OÖ/Kultur, Stadt Linz, Sozialabteilung des Landes OÖ, BMKKÖS, Sozialministerium, Zukunftsfonds Österreich, Otto Mauer Fonds, Licht ins Dunkel
  • die zahlreichen Sponsoren, Paten und Kooperationspartner
  • die Verantwortlichen der Spielstätten Landestheater Linz, OÖ Kulturquartier, Schlossmuseum, Tribüne Linz, Wissensturm und der zahlreichen kleineren Spielstätten
  • die Vertreter*innen der Medien
  • das Café Viele Leute und an die Stadtpfarre Linz
  • die zahlreichen Mitarbeiter*innen des Festivals
  • die Vorstände sowie den künstlerischen Beirat des Vereins Integrative Kulturarbeit

  • und vor allem an die 240 mitwirkenden Künstler*innen, ohne die dieser Erfolg nicht möglich wäre