Theater HORA 2023 bei den Salzburger Festspielen

Künstler:innen mit Beeinträchtigung erobern immer mehr die großen Kulturinstitutionen.
Das  Schweizer Theater HORA, das auch beim Festival sicht:wechsel erfolgreich gastierte,  wurde zu den Salzburger Festspielen 2023 eingeladen.
Gemeinsam mit dem Theaterkollektiv Rimini Protokoll erarbeiten sie dort  Der kaukasische Kreidekreis nach Bertold Brecht in der Regie von Helgard Haug.

Welche Mutter die wahre sei, fragt Bertolt Brecht in seinem Drama Der kaukasische Kreidekreis. Zu befinden hat darüber in Brechts Originalfassung der Richter Azdak, der zwischen der leiblichen Mutter, die ihr Kind nach einem politischen Umsturz zurückgelassen und der Magd Grusche, die es gerettet hat, entscheiden muss. Die Regisseurin Helgard Haug, die dem Kollektiv Rimini Protokoll angehört, fragt sich, was wäre, wenn dem Kind selbst die Entscheidung übertragen würde? Die Inszenierung fragt, bietet alternative Optionen an, und auch das Publikum wird in die Suche nach Lösungen mit einbezogen.

Das Theater HORA aus Zürich gibt Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung seit 30 Jahren eine künstlerische Heimat und arbeitet mit vielen internationalen KünstlerInnen zusammen, entsprechend weit ist es über die Grenzen hinaus bekannt. Seine Spieler*innen betrachten die Geschichte des kaukasischen Kreidekreis aus ihrem ganz eigenen Blickwinkel und denken über Aspekte des Kinderkriegens, des Kinderhabens und des Kinderverlierens nach. Sie bringen dabei ihre eigenen Regeln mit, und neue Regeln müssen gemeinsam erfunden werden.

Die Neuinszenierung der Koproduktion mit Rimini-Protokoll, Theater HORA und HAU (Hebbel am Ufer) hat am 12. August in der Szene Salzburg Premiere.

Quelle: Website Theater HORA