HIERBLEIBEN…SPUREN NACH GRAFENECK – das Theater Reutlingen DIE TONNE/DE zieht mit diesem Straßentheaterprojekt gegen das Vergessen durch Baden-Württemberg

Das Theater Reutlingen DIE TONNE/DE hat sich in seiner aktuellen Produktion einem traurigen Kapitel der deutschen Geschichte angenommen: Mit dem Straßentheaterprojekt HIERBLEIBEN…SPUREN NACH GRAFENECK möchten sie den 10.654 Opfern des Nationalsozialismus von Grafeneck gedenken. 81 Jahre nach den Euthanasie-Verbrechen ist es in Zeiten des erstarkenden Rechtsextremismus umso wichtiger zu erinnern und zu mahnen.

Sie lebten in verschiedenen Einrichtungen, als 1940 die bald schon berüchtigten grauen Busse vorfuhren und sie zum idyllisch gelegenen Schlösschen Grafeneck in Baden-Württemberg brachten. Wenig später erhielten ihre Angehörigen und Institutionen Nachricht vom überraschenden Ableben dieser Verwandten bzw. Schützlinge. Unter dem Decknamen T4 wurden hier erstmals systematisch und in großem Rahmen Menschen umgebracht, die den Nazis als Behinderung für die Gesellschaft erschienen, mit der perfiden Begründung, dass für ihre Betreuung mehr aufgewandt werden müsse, als ihre Arbeitskraft letztlich einbrächte. Innerhalb nur eines Jahres waren es 10.654 Menschen mit Behinderungen aus ganz Baden-Württemberg und über dessen Grenzen hinaus, die auf diese Art in eigens dafür eingerichteten Gaskammern in Grafeneck ermordet wurden.

Auf ihren Spuren bewegt sich diese spartenübergreifende, mobile Produktion, greift Fakten und Hintergründe wie konkrete Biografien Betroffener auf und setzt sich assoziativ, spielerisch in ganz unterschiedlichen Kunstformen damit auseinander.

Trotz Corona-Einschränkungen finden die Vorstellungen 2021 unter strengen Vorsichtsmaßnahmen an öffentlichen Plätzen in ganz Baden-Württemberg statt.

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Der Trailer zum Projekt wurde vom Dokumentarfilmerinnen-Team Nora Mazurek und Yvonne Lachmann erstellt und ist hier zu sehen.

 

Quelle: Website spuren-nach-grafeneck.de