GEHÖRLOSEN-HÖRSPIEL von Noam Brusilovsky am Münchner Volkstheater uraufgeführt

Das Münchner Volkstheater wagt sich mit der Uraufführung des GEHÖRLOSEN-HÖRSPIELS von Noam Brusilovsky auf ungewöhnliches Terrain. Darin schaut man hinter die Kulissen einer Hörspielproduktion, in der jedoch kaum Stimmen, Geräusche und Musik zu hören sind. Eine Inszenierung, die auch für Menschen mit Hörbeeinträchtigung zugänglich ist.

Steve Stymest, von Geburt an gehörlos, wird infolge einer zufälligen Begegnung mit Theater- und Hörspielregisseur Noam Brusilovsky ins Münchner Volkstheater eingeladen – gemeinsam bauen sie ein Tonstudio, in dem sie ein Hörspiel entwickeln, das sowohl an Gehörlose als auch an Hörende adressiert wird. Was bleibt vom Hör-Spiel übrig, wenn das Hören wegfällt? Wie lässt sich ein Hörspiel aus der Perspektive eines Nichthörenden vorstellen?

 Zusammen mit dem Schauspieler Steffen Link und der Soundkünstlerin Antonia Alessia Virginia entwerfen sie eine visuelle Inszenierung von Ton. Während das Radiohörspiel Bilder durch Töne erzeugt, versucht das Gehörlosen-Hörspiel, Klang in Bilder auf der Bühne zu verwandeln: Wie sieht das Geräusch des Regens aus? Wie hell sind die Bässe im Klub? Wo unterscheiden und wo treffen sich unsere Schallwellen?

 Das Gehörlosen-Hörspiel ist eine biografische Arbeit, in der von Gehör und Gehörlosigkeit, von Poesie und Repräsentation erzählt wird. „Schreiben“, „Aufnehmen“, „Schneiden“, „Mischen“ und „Senden“ heißen die Kapitel dieses Stücks. Mit Gebärdensprache, Übertiteln, Bewegung und Licht wird versucht, sich dem anzunähern, was ein solches Hörspiel sein könnte – eine Annäherung an das Unmögliche. Doch der innere Widerspruch eines „Gehörlosen-Hörspiel“ regt zu einer poetischen Auseinandersetzung mit den eigenen Wahrnehmungsbedingungen an. Sowohl die Beteiligten als auch das Publikum begeben sich in diesem Projekt auf das dünne Eis einer neuen gemeinsamen Sprache, die es noch nicht gibt.

PRESSESTIMMEN

„Die Frage, ob das jetzt ein geglücktes Hörspiel für/ mit/ über Gehörlose ist, stellt sich gar nicht mehr, es ist einfach ein guter Theaterabend.“ (Süddeutsche Zeitung)

„Weil diese Aufführung also eher ein Nachdenk- als ein Hörspiel darstellt, scheitert sie zwar in ihrem Anspruch – aber auf eine sehr treffende und schöne Weise.“ (Münchner Merkur)

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Quelle: www.münchner-volkstheater.de